Faces behind Glasses #54: Klaas

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Heute bei Faces behind Glasses: Klaas. Er schimpft sich selbst Designer und Gestalter und ist 36 Jahre alt. Auch wenn er selbst von sich sagt, dass der modische Aspekt ihm nicht so wichtig ist, hat er eine starke Meinung zum Thema Mode und durchaus interessante Vorbilder.

An wem orientierst du dich, wenn du deinen Style findest?
Wenn ich dir ein Vorbild nennen sollte, wäre das Scooter von den Muppets, aber ernst meine ich das nicht. Modisch orientiere ich mich an mir selbst, wie ich früher rumgelaufen bin. Ich re-kreiere das, was ich als Kind anhatte und versuche damit als Erwachsener rüberzukommen.
Mir ist tendenziell egal, was andere davon halten wie ich rumlaufe. Ich mag zwar Ästhetik, aber andererseits ist es nur Mode. Das ändert sich alles so schnell. Ich weiß nur, dass ich nie wieder eine Schlaghose anziehen würde. Der ganze Aspekt Mode gilt für Brillen aber nicht direkt.

Du meinst, dass Brillen nicht direkt an einer bestimmten Moderichtung oder einem Stil angepasst sind?
Ich habe das Gefühl, an eine Brille bindet man sich viel länger. Meine letzte Brille hatte ich 10 Jahre lang. Diese ist neu, die habe ich jetzt seit einem Monat. Ich habe sogar erst überlegt, neue Gläser in die alte einsetzen zu lassen. Und dann habe ich doch diese gekauft.

Warum hast du die Brille dann überhaupt gewechselt?
Die alte war inzwischen einfach zu kaputt. Der Bügel fiel beinah ab und die Gläser hatten nicht mehr die richtige Stärke. Zudem war sie wie gesagt etwa zehn Jahre alt, da kann man schon mal eine neue kaufen.

Hast du die neue Brille dann nach Vorlage der alten ausgesucht?

Ja, die alte Brille war dieser hier schon sehr ähnlich, außer dass diese hier jetzt nach unten hin von der Farbe etwas ausläuft. Die alte Brille kam aus England von „Retro Specs“ und der Stil heißt glaube ich „Legend“. Ich glaube, was das angeht bin ich ein bisschen klassisch eingestellt. Die alte war vom Rahmen etwas kleiner und schwarz, ich hätte das Modell gerne wiedergehabt. Aber ich mag auch exzentrische Brillen, wie mein Onkel, der hat ungefähr 20 Brillen. Brillen machen starke Typen. Vom Konzept finde ich es aber auch nicht übel, eine Brille zu haben, die sehr reduziert ist. Zum Beispiel eine, die man sich mit einem einzigen durchgängigen Bügel an den Kopf klemmen kann.

Du hast dich dann aber doch für ein etwas unaufgeregteres Modell entschieden, hast du das gemacht, damit du deinen Style leichter um die Brille gestalten kannst?

Der modische Aspekt ist mir nicht besonders wichtig. Meine Klamotten müssen nicht unbedingt dazu passen. Ich fand es schon wichtig, dass sie mir steht. Deshalb war ich auch bei „Ace&Tate“ in Berlin und habe sie dann allerdings später online dort gekauft. Grundsätzlich finde ich es ja besser, lokale Läden zu unterstützen, aber das ist ein anderes Thema.
Aber abgesehen von den Schuhen habe ich nicht so auffällige Klamotten. Ich bin auch einige Zeit in bunten, auffälligen Klamotten und dann komplett in schwarz rumgelaufen. Meine Frisur ändere ich auch alle zwei Monate. Mode ist cool, weil man sein Äußeres dauernd wechseln kann. Es ist außerdem interessant, wie Leute darauf reagieren. Viele haben in meinem Alter festgesetzte Ziele und einen Stil, den sie für sich gefunden haben und dem sie meist treu bleiben. Die bringt man dann mit einem Stilwechsel total durcheinander. Dann erkennen mich plötzlich Freunde nicht, weil ich mit einem Iro vorbeikomme. Vielleicht wäre ich dadurch ja als Geheimagent geeignet.

Dafür, dass du sagst, dir ist der modische Aspekt nicht so wichtig, kennst du dich aber ganz schön gut aus.

Naja, Mode macht Spaß und man sollte es nicht zu ernst nehmen. Ich verstehe den Aspekt des Geschäftes „Mode“ zwar, aber ich als Privatperson mache das halt aus Scheiß. Ich trage auch mal eine Beutelhose wenn das lustig ist.

Du trägst gerade deine neuen Adidas, die ziemlich ausgefallen sind. Sammelst du Schuhe?
Schuhe sammeln sich bei mir auf natürliche Weise an. Ich habe mich in letzter Zeit mit der Szene auseinandergesetzt, aber nicht in dem Sinne, dass ich jetzt ein Profi bin. Ich trage die wirklich eher kaputt. Was der Fall ist bei meinen Lederschuhen. Ich habe die zum Schuster gebracht und er wollte mir lieber neue Schuhe verkaufen als die alten zu reparieren. Das würde sonst nur den Wert der Schuhe steigern, meinte er.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?
Ich würde sagen, gerade mit den neuen Schuhen sehe ich vielleicht aus wie eine realistische 2017er Version von Marty McFly. Ich mag Jeans, trage aber auch Anzug, wenn ich Bock drauf habe. Gerade Mode ist etwas, da kann man so viel mitmachen, wie man lustig ist. Gerade trage ich zum Beispiel Iro. Ansonsten nehme ich auch gerne Filme als Inspiration und dieses Outfit orientiert sich vielleicht eben an Zurück in die Zukunft.

Nutzt du auch Kontaktlinsen oder geht es noch ohne falls du die Brille mal weglassen möchtest?
Ich brauche keine Kontaktlinsen, auch Sonnenbrillen trage ich noch ohne Stärke. Auf dem einen Auge bin ich kurz-, auf dem anderen weitsichtig. Wenn ich meine Brille nicht trage, kann mein Hirn noch vieles ausgleichen.

Danke Klaas für das Interview und deine inspirierenden Worte zum Thema Mode!

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