Die zeitlose Eleganz der Hornbrille

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Die zeitlose Eleganz der Hornbrille

Hornbrillen haben ein Auf und Ab in der Fashion-Geschichte durchgemacht. Von bieder zu Trend, zum Verfall zur Kassenbrille bis hin zur Auferstehung des Trends – wir haben für euch eine Überblick über die Geschichte der Hornbrille zusammengestellt. Anschließend haben wir natürlich einen Style Guide mit Tipps zusammengefasst – denn Hornbrillen sind jetzt wieder in Mode – und ein Must-Have in diesem Jahrzehnt.

Was ist eine Hornbrille?

Bevor wir auf Entdeckungsreise gehen, hier erstmal eine kurze Definition der Modebrillen.

Ursprünglich verstand man unter Hornbrille eine Brille mit Gestell aus Horn, oftmals aus Rinder- oder Hirschhorn hergestellt. Damals war Horn als Material gut geeignet, da es stabil und leicht zu verarbeiten war. Heute sind wir etwas fortgeschrittener und haben dadurch besseres Material, deshalb werden Hornbrillen oft aus dem Kunststoff Celluloseacetat hergestellt. Diese modernen Hornbrillen sind dadurch robuster und fühlen sich beim Tragen leichter an.

Aufgrund dieses Materialwechsels versteht man inzwischen unter “Hornbrillen” eher dunkle und massive Gestelle, sogenannte “Nerdbrillen”. Der Rahmen hat meistens eine breite und dunkle Fassung. Hornbrillen sind somit von bloßer Materialbeschreibung zu einem Fashion-Statement geworden.

Was ist eine Hornbrille

Stars und Sternchen – und die Hornbrille

Zoey Deschanel machte die Hornbrille als Jessie in New Girl zu ihrem Markenzeichen. Wenn man sich ein quirliges junges Mädchen vorstellt, ist Jessie mit ihren spontanen Song-Einlagen und ihrer feminine, braune Nerdbrille oft das erste Bild. Auch Superman schmückt sich mit der dicken Brille – und das seit den 1930er Jahren.

Seine bürgerliche Form als Journalist Clark Kent, ein normaler Durchschnittstyp, trägt bekanntlich eine Hornbrille, die seine Superhelden Form versteckt und vor Belästigungen durch unliebsamer Aufmerksamkeit und Superschurken beschützt. Ganz schön große Leistung für eine kleine Brille.

Johnny Depp spielt in seinen Filmen exzentrische Draufgänger wie Käp’ten Jack Sparrow (Fluch der Karibik-Filmreihe) oder Barbier Sweeney Todd (Sweeney Todd – Der teuflische Barbier aus der Fleet Street), und auch im echten Leben ist er ein echter Draufgänger – zumindest was Fashion angeht. Auf dem roten Teppich ist sein Markenzeichen eine Hornbrille in Panto-Style, die halbrunde Brillenfassung seiner dicken Brille steht dem 54-Jährigen richtig gut.

Man trägt die Hornbrille

Die Geschichte der Hornbrille

Popularität fand die Hornbrille in den US-Staaten, in den 1920er Jahren. Harold Lloyd, ein berühmter Komiker zu der Zeit, trug solch eine Brille als sein Markenzeichen. Die Brille sollte das normalbürgerliche, durchschnittliche in seinem Charakter widerspiegeln, so ähnlich wie Clark Kents bzw. Supermans Brille. Die Hornbrille war damit ein Zeichnen der allgemeinen Masse.

Danach wurde dieses Brillengestell allerdings immer mehr zum Zeichen der intellektuellen Elite. Juristen, Ärzte und Professoren trugen gerne robuste Fassungen. In den 50er und 60er Jahre fanden diese eine weitere Verbreitung in Politik- und Wirtschaftskreisen. Buddy Holly selbst hatte seine Hornbrille zu einem Markenzeichen gemacht und damit ein Trend gesetzt.

Nach den 1960er Jahren wurden Nerdbrillen jedoch durch dünnere Gestelle ersetzt und anschließend verpönt. In den 1970er Jahren wurden sie zum Zeichen der Spießigkeit und wenig liebevoll “Kassenbrille” bzw. “Kassenmodelle” genannt. Der Name kommt daher, dass sie die einzigen Brillen waren, die komplett von der Krankenkasse übernommen wurde – nicht zuletzt aufgrund ihrer schwindelnden Popularität.

Was in den 70er Jahren als Zeichen der Nerdigkeit galt, ist jetzt wieder ganz in Mode. Heutzutage werden Hornbrillen als Hipster-Trend, Retro-Statement oder einfach nur modisches Accessoire getragen. Viele Menschen tragen Hornbrillen sogar trotz einer perfekten Sicht.

Die Geschichte der Hornbrille

Ein Trendchamäleon

Anders als manche modische Accessoires sind Nerdbrillen unglaublich wandelbar. Sie können in verschiedene Stilrichtungen getragen werden. Ob halbrunder Panto-Style oder feminine Cateye-Fassungen, Hornbrillen stehen Frauen und Männer gleichermaßen gut. Außerdem sind sie so vielfältig, dass sich die Gestelle je nach passender Gesichtsform auswählen lässt. So schmeichelt die Brille das Gesicht umso mehr.

Außerdem lassen sich Hornbrillen mit den meisten Styles kombinieren – ob dein persönlicher Style nun Retro, Chic und klassisch ist oder modern, markant und aneckend. Die Gestelle gibt es in den verschiedensten Farben: klassisch schwarz, braun oder honigfarben, auffallend rot oder grün, sogar in sanften Pastellfarben.

Aufgrund des großen Style-Comebacks sind die Brillen auch prima zum Ausgehen geeignet – auch in der Bar wirken diese trendy. Auf der anderen Seite können die dicken Gestelle dem Träger auch mehr Seriosität verleihen. (Vertraut mir, ich bin unter 1,60m groß und werde immer zehn Jahre jünger geschätzt. Ich laufe nicht umsonst ständig mit meinen Hornbrillen rum.)

Die zeitlose Eleganz der Hornbrille - Ein Trendchamäleon

Wem steht welche Hornbrille

Wie bereits erwähnt gibt es für jede Gesichtsform die passende Hornbrille. Frauen mit zierlichen Gesichtern z.B. sollten ein kleineres Gestell tragen und honigfarbene oder zarte braune Gestelle anprobieren.

Die ganz klassischen Hornbrillen tendieren dazu, eckig zu sein und passen dadurch runden Gesichtern, denn dadurch wird ein schmeichelhafter Kontrast hervorgerufen. Ein rundes Gestell passt andersrum eher einem markanten Gesicht – dieser Rahmen zaubert weichere Gesichtskonturen.

Augenbrauen sind heutzutage sehr wichtig und in Mode, daher sollte man auch darauf achten, dass die Brille zum Verlauf der Augenbraue passt. Wayfarer oder Santo Brillen sind nicht ganz rund, aber auch nicht wirklich eckig. Sie passen also super zu runden und kantigen Gesichtern – aber auch herzförmige und lange Gesichter kommen dabei gut zur Geltung.

woman wearing rimmed glasses

Styling

Eine Hornbrille zu jedem Styling das passende Accessoire abgeben – dazu haben wir natürlich ebenfalls einen Guide zur Orientierung für euch.

Kontraste sind Freunde, nicht Futter

Okay, mal von dem schlechten “Findet Nemo” Wortwitz abgesehen – Kontraste setzen immer ein selbstbewusstes Zeichen. Wenn ihr eine klassische, strenge Hornbrille habt, tragt sie zu einem verspielten Sommerkleid – habt ihr eine ausgefallene Nerdbrille, würde sie super cool zum Anzug oder eleganten Kleid passen.

Auch bei Farben sehen Kontraste gut aus. Brillen mit auffälligen Farben und Muster passen super zum einfarbigen Outfit.

Harmonie

Wenn ihr euer Outfit allerdings mal einheitlich haben wollt – schließlich soll manchmal auch alles zueinander passen – achtet darauf, dass die Farben und Muster miteinander harmonieren. Eine andere Möglichkeit ist, den Style eures Outfit mit dem Style eurer Brille abzustimmen.

Stehe zu deiner Brille

Brillen mit durchsichtigen Fassungen sind out. Heutzutage muss man die Tatsache, dass man eine Sehkorrektur braucht, nicht mehr hinter kaum erkennbaren Brillengestellen oder Kontaktlinsen verstecken.

Menschen mit einwandfreier Sicht tragen heutzutage tatsächlich Sehhilfen als Fashion-Statement – Brillenträger haben die Modewelt an sich gerissen und zu eigen gemacht. Dicke Brillen sind nicht mehr peinlich – ein Großteil der Menschheit trägt heutzutage schließlich Sehkorrekturen. Wir sind damit also in bester Gesellschaft!

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